Tipps zum Lesen eines Histogramms in der Fotografie

Als ich angefangen habe, mich mit Fotografie zu beschäftigen, habe ich irgendwo gelesen, dass ein „gutes“ Histogramm die Form einer Glocke hat. Anfangs habe ich mich wirklich darum bemüht. Mit der Zeit musste ich jedoch feststellen, dass nicht alle Histogramme meiner „guten“ Fotos auch die Form einer Glocke hatten. Interessant. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass es so etwas wie ein „gutes“ Histogramm gar nicht gibt. Dennoch gibt es ein Paar Dinge, auf die du beim Lesen eines Histogramms achten solltest.

Wenn du dir das Histogramm deiner Bilder betrachtest, solltest du darauf achten, ob das Histogramm an den Rändern anstößt und spitz zuläuft. Sollte eine solche Spitze am rechten Rand zu sehen sein, bedeutet das, dass Stellen des Bilds überbelichtet sind. Wenn die Haut angemessen belichtet sein soll, ist es manchmal unvermeidlich, dass der Himmel oder der Hintergrund überlichtet ist. Ich empfinde es nicht als störend, wenn der Himmel überbelichtet ist, da dies bei vielen meiner Fotos der Fall ist. Auf der linken Seite des Histogramms werden die dunkleren Pixel und auf der rechten Seite die helleren Pixel angezeigt.

Histogramm – Bereiche zu hell

Im Folgenden zeigt das Histogramm starke weiße Ausschwankungen nach rechts. Das ist nicht schlimm, das zeigt nur den Himmel vom unteren Bild an. Hätte ich den Himmel korrekt belichtet, wäre die süße Familie viel zu dunkel geworden.

Histogramm_Erklärung

Histogramm_Fotokurs

 

Weil es als Beispiel gut herpasst, hab ich auch noch ein Silhouettenbild. In diesem Fall ist der Himmel richtig belichtet, aber die Familie schwarz. In dem Fall passt es, da man ihre Umrisse gut erkennt.

Histogramm_Erklärung_Foto_zu_dunkel

Silhouette_Histogramm_Canon

 

Auf dem folgenden Beispielfoto ist zu sehen, dass die Haut überbelichtet ist. Etwas, das du vermeiden solltest. Wenn ich das Foto drucken würde, würden die überbelichteten Teile nur störend wirken.

Histogramm_Erklärung_Foto_zu_hell

Histogramm_Erklärung_Foto_zu_hell_Haut

 

Histogramm – Bereiche zu dunkel

Nun ein weiteres Beispiel für Fotos, deren Histogramm auf der linken Seite spitz zuläuft, was bedeutet, dass das Foto unterbelichtet ist und Bilddaten in den Schatten verloren gehen. Außerdem ist der Großteil des Histogramms auf der linken Seite, was bedeutet, dass es mehr dunkle als helle Pixel gibt.

Histogramm_Erklärung2_Foto_zu_dunkel_Canon

Histogramm_Erklärung2_Foto_zu_dunkel

 

 

Du wirst dich jetzt vielleicht fragen, ob ich mir nach jedem Foto auch das Histogramm des Bildes anschaue. Die Antwort lautet eindeutig „Nein“! Eigentlich schaue ich mir die Histogramme eher selten an. Warum ich dir dann gerade erklärt habe, wie du dein Histogramm lesen kannst? Weil du wissen solltest, wie es funktioniert! Nur weil ich mir nicht immer das Histogramm ansehe, heißt das nicht, dass ich nicht zu schätzen weiß, dass ich es zu lesen verstehe, wenn ich in einer Zwickmühle stecke. Ich habe meinen LCD Bildschirm normalerweise immer angeschaltet, damit ich die „Blinker“ sehen kann. Der Fachausdruck hierfür ist Spitzlichtanzeige. Was mir daran so gut gefällt? Nachdem ich ein Foto geschossen habe, muss ich nur einen Blick auf das Display werfen, um zu wissen, ob das Motiv an irgendwelchen Stellen überbelichtet ist, da überbelichtete Stellen durch Blinken angezeigt werden. Falls die Anzeige blinkt und es nur der Himmel ist, der überbelichtet ist, schenke ich der Anzeige keine weitere Beachtung.

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