Was ich als Unternehmerin in den letzten 7 Wochen durchs Reisen über mich gelernt habe

Meine Reise begann zusammen mit Andi in Singapur, Thailand und Kuala Lumpur. Danach war ich alleine zwei Wochen in Los Angeles und dann waren wir wieder zusammen auf Mallorca. Seit ich mich selbstständig gemacht habe, vor fünf Jahren (damals noch nebenbei) habe ich mir kaum eine Auszeit gegönnt. Ich wollte einfach sparen. Genug auf der Seite haben für Steuern die noch kommen sollten. Und dann waren da eben die vielen Termine und zum Glück auch Aufträge. Ich musste meine Auszeit also ganz früh einteilen, damit ich auch wirklich wegfahren konnte. Und so beschloss ich letzten Sommer, dass ich dieses Jahr von März bis Ende April für mich keine Aufträge annehmen konnte. Eine harte Entscheidung. Kein Einkommen zwei Monate lang. Viele Ausgaben zwei Monate lang. Nun gut ganz so arg war es nicht, auf der anderen Seite war Ivana die Jobs übernahm und die Geld einbrachten, aber andererseits auch das Mitarbeitergehalt. Ich hatte also wirklich sehr viel im Vorraus gespart.

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Was ich als Unternehmerin in den letzten 7 Wochen durchs Reisen über mich gelernt habe

Wie auch immer, ich bereue Nichts und kann nur sagen, dass mich die letzten 7 Wochen verändert, geprägt und motiviert haben. Manche Dinge sind mir ganz besonders bewusst geworden, die man erst sieht, wenn man seine eigenen vier Wände verlässt und sich in ungewohnte, teils ungemütlichere Zonen begibt. Nur dann kann man wirklich wachsen.

 

Kontrolle abgeben

Einer der schwierigsten Punkte war es, die Kontrolle abzugeben. Nicht ständig selber Emails zu beantworten, sondern diese von meiner Mitarbeiterin Ivana beantworten zu lassen. Ganz weglassen konnte ich die Emails und aktuelle Geschehnisse nicht, ich habe immer alles ein bisschen mitverfolgt, einfach nur um beruhigt zu sein. Aber ich habe kaum aktiv eingegriffen.

Erlebnisse alleine erleben ist Nichts wert

Als ich durch Los Angeles gereist bin und an all diese wunderschönen Orte kam, das Meer, Santa Monica, Muscle Beach, Orange County, Walk of Fame, Malibu Beach, Griffith Observatory und so weiter habe ich mir sehr oft gedacht, wie traurig das eigentlich ist, diese Momente mit niemanden teilen zu können. Ich hatte auch kaum noch Lust etwas auf Social Media zu teilen und alle Nachrichten die mir gesendet worden sind, erzeugten in mir nur Heimweh. Ich bin einfach so stark mit meinem Hause und meiner Familie verbunden, dass ist mir einfach das Wichtigste. Wären sie dabei gewesen, hätte es mir an nichts gefehlt (ok meine drei Katzen hätten auch mit müssen). Den Grund warum ich nach LA geflogen bin könnt ihr hier nachlesen. Ich möchte nie wieder so lange alleine Reisen und ja ich hab Leute kennen gelernt, aber ich war einfach nicht offen genug um mit ihnen etwas zu unternehmen.

„Um den vollen Wert des Glücks zu erfahren, brauchen wir jemand, um es mit ihm zu teilen.“ Mark Twain

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Weniger ist mehr

Ich bin auf jeden Kontinent nur mit Handgepäck mit 8 Kg verreist. Auf die Idee hat mich Connys Blog gebracht. Anfangs konnte ich mir das gar nicht vorstellen, nur mit einem Rucksack zu reisen, nur zwei Paar Schuhe mitzunehmen und kein Glätteisen, kein gscheites Handtuch und was weiß ich noch. Dabei war es jedes Mal so ein wunderbares Gefühl von Freiheit. Gerade beim Checkin und Checkout auf Flughäfen. Oder in Thailand wo sie alle Koffer wie wild durch die Luft schossen, dabei kaputt gingen und wir unsere Rucksäcke nicht aus der Hand gegeben haben. Aber es hat noch viel mehr in mir ausgelöst. Mal darüber nach zu denken wie viele sinnlose Dinge wir besitzen und was wir wirklich brauchen. Also habe ich mich danach noch mehr dem Thema Minimalismus und Capsule Wardrobe gewidmet und gleich nach meinen Reisen meinen Kleiderschrank ordentlich aussortiert. Ich besitze jetzt fast nur mehr Basics in bestimmten Farben welche ich fast alle miteinander kombinieren kann. Das war nach Los Angeles. Auf Mallorca hatte ich nur einmal das Gefühl shoppen gehen zu müssen, für ein Fotoshooting ein Kleid. Hab es aber dann doch sein lassen und meine einfachen Sachen dafür angezogen.

Capsule Wardrobe – mehr erfährst du in diesem Video

Raus aus der Komfortzone

Wie gut man es zu Hause hat, merkt man erst wieder wenn man es verlassen muss. Zuhause hat man einen geregelten Alltag, man kann seine Sachen liegen lassen wo man möchte, man hat immer trinkbares Wasser, man bekommt richtig gutes Brot im Supermarkt, ein eigenes Bett usw. An meinem ersten Tag in Los Angeles ging so ziemlich alles schief.

Ich wartete zwei Stunden bis ich in die USA einreisen durfte, fuhr das erste Mal Auto und bin beim Einparken gleich einmal bei einem anderen Auto angefahren. Kam ins Shared – Appartement (Airbnb) wo niemand zu Hause war und ich nicht hinein konnte. Als ich mit der Hilfe der Nachbarn hinein gekommen bin, war kein Bett gemacht. Ich legte mich in ein Stockbett wo keine persönlichen Gegenstände darauf lagen. Später erfuhr ich, das vor mir ein Drogenjunkie drin geschlafen hat. Danach kam endlich die Vermieterin und meinte ich schlafe aber auf der Couch. Zum Glück hat sie sich geirrt und mir dann das Bett frisch überzogen – ich wollte nur noch nach Hause. Ich blieb eine weitere Nacht in dem Appartment und muss sagen, wenn es nicht ausgebucht gewesen wäre, wäre ich vielleicht sogar noch länger dort geblieben. Was mich veranlasst hat ein Gemeinschaftszimmer zu buchen? Ich wollte andere Leute kennen lernen und was erleben, ganz einfach.

Ich habe dadurch gelernt, was für mich ein perfekter Tag bedeutet. Ich wache neben Andi auf und wir reden über alles was so gut läuft, frühstücken miteinander, dann folgt Sport oder Yoga. Meine Katzen begrüßen mich in der Früh. Dann geht es mit meinem Team an die Arbeit. Mittag verbringe ich zusammen mit meiner ganzen Familie. Lese und esse was ich will. Am Nachmittag gehen wir spazieren, essen zusammen ein gutes Abendessen und sehen gemeinsam Serien. Das ist alles, das macht mich glücklich. 

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Neue Gewohnheiten die ich beibehalten möchte

Auf Mallorca beim Businessworkshop von Calvin Hollywood haben wir seinen Tagesablauf hautnah erlebt. Frühsport, gefolgt von Visualisieren und Meditation. Das möchte ich unbedingt beibehalten. Diese 7 Wochen Urlaub haben mir gezeigt, dass ich keine 7 Wochen Urlaub brauche, dass war auch viel zu lange für mich. Ich brauche nur öfter zwischendurch eine Auszeit. Kleine Pausen am Tag, den Moment genießen und besser wahrnehmen.

Für wen ich schreibe und dass ich mich nicht verstellen soll

Vielleicht konnte man das in letzter Zeit auf meiner Facebook Seite mitverfolgen, dass ich viel persönlicher geworden bin. Ich dachte mir immer ich muss es jeden Recht machen. Jasmine’s Workshop hat mir klar gemacht wer meine Zielgruppe ist und für diese schreibe ich. Wenn du also an Technik interessiert bist, ist mein Blog nicht der Richtige für dich. Ich gebe es zu ich bin kein Technikfreak. Aber die Vergangenheit beweist mir, dass ich auf meinem Weg doch sehr viel richtig gemacht habe und es nicht auf Fachwissen, sondern auf die Persönlichkeit ankommt.

Und damit möchte ich diesen langen Blogpost beenden. Ich hoffe er hat dich ein bisschen unterhalten und dir einen besseren Einblick in meine Ansichten gegeben und du kannst ein bisschen etwas für dich mitnehmen. Mehr soll es gar nicht sein.

Bis bald,

Sandra

Fotos von der wunderbaren Svenja – Danke <3

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2 Kommentare
  • sabi
    Veröffentlicht um 21:15h, 26 April Antworten

    Schöner, sehr interessanter Blogpost 🙂 Jeder Mensch ist so unterschiedlich, ich könnte zum Beispiel immer auf Reisen sein 😀 Dafür kann ich mir nicht wirklich vorstellen, selbstständig zu sein.
    LG Sabi

  • Svenja
    Veröffentlicht um 21:17h, 26 April Antworten

    Wundervoll geschrieben!!! Ich danke dir für so viel Ehrlichkeit.
    Ganz liebe Grüße Svenja <3

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